Aus der Geschichte des Teplitzer Schlosses

Zámecké námìstí In der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts gründete Königin Judith "bei den warmen Wässern" das zweitälteste Benediktinerinnenkloster in Böhmen. Überreste romanischen und gotischen Mauerwerkes von diesem Kloster haben sich im Ostteil des Schlosses erhalten. Am Innenhof ist der Grundriß der Klosterbasilika ersichtlich, deren romanische Krypta den Besuchern zugänglich ist. In den Hussitenkriegen wurde das Kloster vernichtet und auf seinen Ruinen erbaute in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts Königin Johanna eine Feste. Im 16. Jahrhundert erbaute Wolf von Wrzessowitz die Schloßkirche und begann in spätgotischem Stil das Hauptgebäude des Schlosses zu errichten. Seit 1585 besaß Teplice das Wchynsky–Geschlecht. Während ihrer Herrschaft wurde der unbeendete Haupttrakt im Renaissancestil umgebaut und es entstand das Lusthaus, genannt Kolostuj–Türmchen. Nach dem Tode des letzten tschechischen Besitzers von Teplice, Vilém Vchynský, ermordet 1634 gemeinsam mit Albrecht von Waldstein in Cheb, gewann die Teplitzer Herrschaft der kaiserliche Marschall Johann Aldringen. Seine Nachfolger, die Clary–Aldringener, verbreiteten das Schloß um das barocke Neue Gebäude (Westflügel) und fügten in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts das Theater hinzu. Das anmutige Empire–Vestibül, in den Park hinausragend, entstand 1800. Beim letzten großen Umbau, begonnen Ende des 18. Jahrhunderts, wurde die Vorderseite des Hauptgebäudes im klassizistischen Stil errichtet.
Innerhalb der Schloßgebäude sind wertvolle Interieure erhalten, wie z. B. der Renaissancesaal mit gemalter Kasettendecke, der Rokokosaal mit reicher Stuckdekoration oder Zimmer mit zeitgenössischer Einrichtung. Diese Räume waren einst Zeugen von Privatbesuchen und politischen Treffen europäischer Herrscher und eines reichen gesellschaftlichen Lebens, zu dessen Glanz Fürst Charles de Ligne, Giacomo Casanova, J. W. Goethe, Fryderyk Chopin, Franz Liszt und weitere beitrugen.